Das Leben verstehen und richtig leben. Grundsätzliche Gedanken.

Die Erinnerung ist noch sehr präsent: als ich vor vielen (sehr vielen!) Jahren auf die Suche nach einem passenden Studienfach für mich ging, waren unter den möglichen Kandidaten auch Psychologie und Pädagogik. An meine damalige Begründung kann ich mich auch noch gut erinnern: ich wollte Menschen und ihr Verhalten besser verstehen und beeinflussen können, mich selbst besser kennenlernen und mich besser in der Welt zurechtfinden. Und dieser Wunsch, diese Frage treibt mich bis heute um (auch wenn ich glaube, der Antwort ein gutes Stück näher gekommen zu sein). Kommt sie Dir auch irgendwie bekannt vor? 

Dann kennst Du vielleicht auch schon ein paar Antwortoptionen. Eine davon: man ignoriert die Frage einfach und tut, was scheinbar alle tun: man funktioniert. Wem das nicht reicht, für den gibt es politische Heilsversprechen, sportliche Herausforderungen, das Streben nach außergewöhnlichen Erfolgen, Geld, Sex, Macht und Status… die Liste ist lang. Eines haben alle diese Wege gemeinsam: sie liefern keine Antworten, sondern sie überdecken einfach die Frage. Manchmal so gründlich, dass die Illusion entsteht, da gäbe es gar nichts zu fragen. 

Wenn dann – aus welchem Grund auch immer – die Fassade bröckelt, die ungelösten Themen unübersehbar werden, dann versprechen Psychologie und Psychotherapie Hilfe. Ihr mehr lebenspraktisch ausgerichteter Verwandter ist das Coaching, dessen Methoden sich häufig aus der Praxis dieser Fächer entwickelt haben (s. beispielsweise die Geschichte des NLP). 

Auch hier gibt es ganz unterschiedliche Ansätze, die alle eines gemeinsam haben: sie zielen auf die Unterstützung bei konkreten Fragen ab, auf Wirksamkeit und möglichst greifbare Verbesserungen. Da ist die Versuchung groß, sich erneut auf reine Außenwirkungen zu fokussieren und zum Beispiel im Karrierecoaching Leistungs- und Statusgewinn statt persönlicher Entwicklung zu fördern. 

Möglicherweise ist ja darum in den letzten Jahren eine immer größer werdende Schnittmenge zwischen spirituellen Lehren und dem Coaching zu beobachten. Die Vielfalt der möglichen Ansätze ist dabei mindestens so groß wie die der Coaching-Methoden und bietet für jeden Geschmack etwas. 

Das scheint mir überhaupt das Hauptmerkmal dieses Trends zu sein: jeder Coach, jeder Anbieter baut sich seine eigene Kombination aus Methoden und Heilslehren zusammen – nach dem eigenen Geschmack und dem der Kunden. Und die nehmen das bunte Angebot gerne an und wechseln im 3-Monats-Rhythmus von Reiki zu Feng Shui, dann zu indianischen Trommelritualen und danach zu Yoga. Oder alles gleichzeitig. Zwischendurch erwandert man sich Kraftorte in den Wäldern und meditiert in einem Kloster. Nicht zu vergessen: die richtige Ernährung. Heil- und zyklisches Fasten, Veganismus oder die derzeit etwas aus der Mode gekommene Makrobiotik – all das zusammen soll den persönlichen Durchbruch bringen, das eigene Licht erstrahlen lassen und den Gott oder die Göttin in Dir erwecken (oder war das jetzt ein Kosmetik-Werbespruch?). 

Und wenn’s unbequem wird oder einfach keinen Spaß mehr macht? Dann wechselt man eben den Coach, den Guru oder die Methode. Ist ja egal – Hauptsache mir geht’s gut dabei. Letztlich bleiben das eigene Ich, das eigene Wohlbefinden, der eigene Erfolg die einzigen Kriterien. 

Dass wir uns nicht missverstehen: ich schätze gutes Coaching und habe am eigenen Leib erfahren, wie hilfreich und nützlich es sein kann, wenn man sich beispielsweise beruflich irgendwo festgefahren hat oder eine Phobie oder Sucht überwinden will, die einem das Leben schwer macht. 

Und ein Mensch, der in gleich welcher spirituellen Tradition etwas sucht, das jenseits rein materieller Erfolge und ökonomischer Nutzenerwägungen liegt, ist immerhin schon mal auf dem Weg hinter die Fassade. Vieles von dem aber, was den Markt der spirituellen Moden bestimmt, führt in seiner Beliebigkeit und Ich-Bezogenheit in einer endlosen Schleife immer wieder genau dahin zurück. 


Wer aus dieser Schleife ausbrechen will, wer unabhängig werden will von wechselnden Moden, Erwartungen und Ansprüchen von außen und vom eigenen Ego mit all seinen Begrenzungen und seinem ständigen „nicht(-gut)-genug“ von innen, der braucht etwas anderes. Einen festen Punkt, eine Bezugsgröße jenseits dieses Systems. 

Stell Dir mal vor, es gäbe so etwas. Ein Ziel, eine Richtschnur, einen Weg und eine Wahrheit, die Dich zum echten Leben führen. Und mehr noch: eine unversiegbare Quelle von all dem, wonach die meisten Menschen streben: Liebe, angenommen-sein, Erfüllung. Und das ohne jede Vorbedingung.

Die gute Nachricht ist: das alles gibt es. Es gibt den Weg, der Befreiung, Wahrheit und Leben ist. Und er hat einen Namen: Jesus Christus. 

Ohne Vorbedingung, habe ich geschrieben. Stimmt. Aber nicht ohne einen Preis! Damit Du all das wirklich erhalten und das Hamsterrad verlassen kannst, musst Du die Maske des Ego ablegen und Dich so sehen und sehen lassen, wie Du bist. Um Dich dann selbst auf- und an den zu übergeben, der Dir alles schenken will, was Du wirklich brauchst. 

Das ist ein mutiger, ein radikaler Schritt. Viel mutiger und radikaler als jede Therapie, jeder Coachingansatz, jede Auszeit oder spirituelle Mode. Er bedeutet, in der Welt zu bleiben und sie zugleich zu verlassen. Damit verliert sie ihre Macht über Dich. Das, und nur das, ist echte Freiheit! 


Macht das jetzt Psychologie, Psychotherapie und Coaching überflüssig? Nein, keineswegs. Aber es weist ihnen ihren Platz und ihre Aufgabe wieder zu. Die nämlich, praktische Lebenshilfe für unser Leben in der Welt zu sein. In einem Rahmen, den ein anderer gesetzt hat. Das können, das sollen sie leisten. Und sie können uns sogar helfen, den Kopf frei zu bekommen für die Suche nach dem ganz anderen. Und dabei, unser neues Leben aus Christus in diese Welt zu bringen, es in ihr zu leben. 

Was in diesem Sinne aber tatsächlich überflüssig, vielleicht sogar schädlich ist, sind all die spirituellen oder pseudo-spirituellen Auswüchse, die sich an dieses nützliche Werkzeug angelagert haben, sich seiner bedient und es teilweise auch völlig unbrauchbar gemacht haben. Denn Coaching – egal ob spirituell oder nicht – kann und muss dem Leben keinen Sinn geben. Den hat es nämlich schon, und wir müssen nicht mehr tun, als ihn anzunehmen. 


Um dieses lebenspraktische Coaching und um seinen Nutzen für ein christliches Leben soll es hier gehen. Und natürlich auch darum, wie ein solches christliches Leben heute überhaupt aussehen kann (kleiner Spoiler an dieser Stelle: ich suche auch noch).

Mehr zu mir und zu den Grundlagen dieses Projektes findest Du auf der „Über mich„-Seite und in den Warnhinweisen. Lass‘ uns losgehen – ich bin sicher, es wird eine spannende Reise!   

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